Systeme werden allgemein als „Multichromophore“ bezeichnet, wenn sie verschiedene Einheiten enthalten, die mit Licht wechselwirken können. Typische Beispiele für Multichromophore sind z.B. größere Moleküle, die ein konjugiertes Elektronensystem aufweisen. Multichromophore spielen eine wichtige Rolle z.B. in biologischen Lichtsammelkomplexen bei der Fotosynthese, in technologischen Anwendungen zur Entwicklung von organischen Solarzellen, oder ganz allgemein in der organischen Elektronik. Neben der Anwendungsrelevanz sind diese Systeme auch deswegen von großem Interesse, weil sie es erlauben, sehr generelle, fundamentale Fragestellungen aus Physik und Chemie der kondensierten Materie zu studieren.
Um systematische Fortschritte auf diesem Arbeitsgebiet zu erzielen, müssen Konzepte, Erfahrungen und methodisches Wissen aus verschiedenen naturwissenschaftlichen Fachrichtungen zielgerichtet kombiniert werden. Dies erfordert die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern weit über die traditionellen Fächergrenzen hinweg. Insbesondere in der Zusammenarbeit zwischen Chemie und Physik ergeben sich auf diesem Gebiet große Chancen.
Das Promotionsprogramm „Fotophysik synthetischer und biologischer multichromophorer Systeme“ hat sich zum Ziel gesetzt, jungen Wissenschaftlern über die Forschungsarbeit hinausgehende Zusatzqualifikationen zu bieten, die sie befähigen, den besonderen Anforderungen gerecht zu werden, die das interdisziplinäre Gebiet der Fotophysik multichromophorer Systeme prägen. Die Absolventen dieses Promotionsprogramms werden in besonderer Weise für Arbeiten auf dem Gebiet fotophysikalischer Fragen und der Untersuchung multichromophorer Systeme qualifiziert.
Das Lehrangebot des Graduiertenkollegs bietet den Doktoranden/innen einen interdisziplinären Ausbildungsrahmen und umfasst neben Spezialvorlesungen auch Konferenz- und soft-skill Module. Außerdem gibt es ein Gästeprogramm für auswärtige Wissenschaftler, Auslandsaufenthalte für die Kollegiaten und ein Gleichstellungsprogramm zur Förderung von Frauen in den Naturwissenschaften.